Bei Sondierungen auf dem Lamberti-Kirchplatz hat sich ein Blindgänger-Verdacht (im Bild-Hintergrund) erhärtet. Der Verdachtspunkt wird im Herbst überprüft.
Um zu überprüfen, ob sich im Erdreich tatsächlich eine Weltkriegsbombe befindet und ob diese entschärft werden muss, werden Kampfmittelräumer im Herbst den Verdachtspunkt freilegen. Der Platz kann bis dahin – wie gewohnt – sicher genutzt werden. Den Termin der Freilegung sowie Details zum Gebiet, das bei einer möglichen Entschärfung evakuiert werden müsste, teilt die Stadt rechtzeitig vorab mit.
Der Blindgängerverdacht war im Zuge der geplanten Sanierung des Lamberti-Brunnens durch die Auswertung von historischen Luftbildern festgestellt worden. Die Luftbild-Auswertung durch den Kampfmittelbeseitigungsdienst ist in Münster bei Arbeiten im Boden vorgeschrieben, um mögliche Gefahren während der Bauarbeiten zu minimieren. Auf den Bildern des Lamberti-Kirchplatzes entdeckten die Experten zwei verdächtige Stellen.
Durch Messungen in der Erde, für die der Brunnen zuvor abgebaut werden musste, wurde dieser Verdacht an einer Stelle direkt in Brunnennähe ausgeräumt, einige Meter weiter in Richtung Prinzipalmarkt wurde der Verdacht erhärtet. Für diese sogenannte Sondierung wurde in der vergangenen Woche ein Messgerät in mehrere in den Boden gebohrte Löcher abgesenkt, um zu überprüfen, ob sich Metallteile im Boden befinden.
Gewissheit, ob es sich bei dem Verdachtspunkt tatsächlich um einen Blindgänger handelt oder gegebenenfalls doch nur um zivilen Schrott, gibt es erst, wenn die Kampfmittelräumer sich die Objekte mit eigenen Augen ansehen können. Die Freilegung soll im Herbst erfolgen, sodass der Platz rechtzeitig für den Aufbau des Weihnachtsmarkts wieder zur Verfügung steht. Die bei der Sondierung entstandenen Bohrlöcher wurden verschlossen.
Für den Fall, dass bei der Freilegung ein Blindgänger identifiziert wird, werden umgehend Maßnahmen eingeleitet, um diesen zu entschärfen. Die Feuerwehr bereitet dafür in den kommenden Wochen mit weiteren Sicherheits- und Ordnungsbehörden verschiedene Einsatzszenarien vor, um nach der Freilegung schnell und lagegerecht handeln zu können. Dazu gehört, die Sperrung von Straßen und eine Evakuierung im Umfeld für den Fall einer Entschärfung vorzubereiten. Die Planungen dazu sowie den potenziellen Sperr- und Evakuierungsbereich gibt die Stadt rechtzeitig im Vorfeld bekannt.