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Entwarnung: Kein Blindgänger an der Lambertikirche

In Münsters Altstadt findet an diesem Sonntag, 11. Oktober, keine Evakuierung statt.

+++Update 11. Oktober 8.45 Uhr+++

Kampfmittelräumer fanden bei der Überprüfung eines Verdachtspunkts an der Lambertikirche am Vormittag nur zwei Eisenrohre. Eine Entschärfung ist nicht notwendig. Die Feuerwehr gab gegen 8.30 Uhr Entwarnung.

Sondierungsmessungen hatten im Juli den aus der Auswertung von historischen Luftbildern entstanden Anfangsverdacht erhärtet, dass sich dort im Boden eine Weltkriegsbombe befindet. Dieser Verdacht konnte jetzt durch die Freilegung des Verdachtspunkts ausgeräumt werden.

+++Ursprungsmeldung 24. September+++

Am Sonntag, 11. Oktober 2026, überprüfen Kampfmittelräumer einen Blindgängerverdacht auf dem Lamberti-Kirchplatz. Falls eine Entschärfung notwendig wird, muss an dem Tag ab mittags der Kern der Altstadt evakuiert werden.

Kommt es am Sonntag zu einer Evakuierung, müssten der Domplatz sowie die Straße ebenso gesperrt werden wie der Prinzipalmarkt und Teile der Salzstraße und der Ludgeristraße.

Sondierungsbohrungen hatten im Juli den Verdacht erhärtet, dass sich dort im Boden eine Weltkriegsbombe befindet. An diesem Sonntag, 11. Oktober, wird an zwei nahe beieinander liegenden Stellen wenige Meter neben der Lambertikirche geprüft, ob sich dort tatsächlich Blindgänger befinden. Ab morgens legen Kampfmittelräumer dafür die verdächtigen Stellen frei, heben also die Erde aus, bis sie sich ansehen können, was dort im Boden liegt. Erst dann wird klar, ob dort tatsächlich scharfe – also mit einem intakten Zünder versehene – Blindgänger sind, von denen eine potenzielle Gefahr ausgeht.

Über den Einsatz informiert die Stadt Münster am Sonntag auf dieser Webseite, den Social-Media-Kanälen und über die Medien. Sollte eine Evakuierung notwendig werden, wird die Feuerwehr auch über die Warn-App „NINA“ darauf hinweisen.

Im Umkreis von 250 Metern um den Verdachtspunkt wohnen rund 800 Personen. Im Fall einer Evakuierung müssen sie am Sonntagmittag ihre Wohnungen verlassen. 

Für die Anwohnerinnen und Anwohner wird für eine mögliche Evakuierung eine Betreuungsstelle im Schlaun-Gymnasium (Sonnenstraße 18, 48143 Münster) eingerichtet. Erst wenn die Feuerwehr das Evakuierungsgebiet vollständig geräumt hat, kann eine Entschärfung beginnen.

Mögliches Evakuierungsgebiet

Überprüfung ausnahmsweise an einem Sonntag

 

Im vergangenen Jahr gab es in Münster rund 20 Blindgängerüberprüfungen, in jedem zweiten Fall musste tatsächlich entschärft werden. Um Evakuierungen am Wochenende und die damit verbundenen Belastungen für die Bürgerinnen und Bürger zu vermeiden, finden die Überprüfungen in der Regel unter der Woche statt. Da die besondere Lage in der Altstadt bei einer Evakuierung an einem Werktag zu noch größeren Beeinträchtigungen führen würde – eine hohe Zahl von Geschäften müsste im laufenden Betrieb geräumt werden –, erfolgt die Überprüfung in diesem Fall an einem Sonntag.

Blindgänger-Entschärfungen sind „eine große Belastung für alle Anwohnenden und natürlich auch für die Stadtgesellschaft insgesamt aufgrund der dann eingeschränkten Verkehrssituation“, sagt Oberbürgermeister Tilman Fuchs und betont, dass dafür viel Arbeit im Hintergrund passiert, die notwendig ist, um die Stadt am Laufen zu halten. „Ich bin den Expertinnen und Experten der Feuerwehr, aber auch des Kampfmittelräumdienstes sehr, sehr dankbar, dass sie diesen wichtigen Dienst erledigen, um unser aller Sicherheit zu gewährleisten."

Lamberti-Brunnen soll ab August wieder sprudeln

Festgestellt wurde der Blindgängerverdacht an der Lambertikirche durch Luftbildauswertungen im Zuge der geplanten Sanierung des Brunnens auf dem Kirchplatz. Um die notwendigen Messungen in der Erde vornehmen zu können, wurde der Brunnen im Juni abgebaut. Durch die Messungen wurde ein Verdachtspunkt in unmittelbarer Nähe zum Brunnen-Standort zwar ausgeräumt, ein zweiter Verdachtspunkt direkt an der Kirche, wo in der Adventszeit die große Weihnachtstanne aufgebaut wird, aber erhärtet.

Der Brunnen ist seit über 100 Jahren ein prägendes Element in Münsters Altstadt. Nach den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wurde er 1956 wieder aufgebaut. Im kommenden Jahr werden auf dem Platz an der Lamberti-Kirche Leitungen sowie die technischen Anlagen erneuert. Ein Steinmetz beseitigt die Schäden an Steinen und Skulpturen und stellt das historische Erscheinungsbild wieder her.

Voraussichtlich im August wird der Brunnen wieder sprudeln, dann wieder – wie nach dem Wiederaufbau vor 70 Jahren – mit sechs Fontänen im Brunnenbecken. Die Kosten in Höhe von 850.000 Euro übernimmt die Rainer Scholze-Stiftung vollständig.

Amt für Bevölkerungsschutz, Feuerwehr und Rettungsdienst